Riester-Nachfolge 2026: So funktioniert die neue private Altersvorsorge

Riester-Nachfolge 2026: So funktioniert die neue private Altersvorsorge
Der Bundestag hat am 15. Juni 2026 das Gesetz zur Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. Die oft kritisierte Riester-Rente wird durch ein neues, staatlich gefoerdertes Modell abgeloest. Ab Anfang 2027 sollen die neuen Altersvorsorgeprodukte verfuegbar sein. Das sind die wichtigsten Aenderungen im Ueberblick.
Das neue Standardprodukt
Kernstueck der Reform ist ein leicht verstaendliches Standardprodukt, das jeder Anbieter - Banken, Sparkassen und Versicherungen - im Portfolio haben muss. Es soll den Einstieg in die private Vorsorge erleichtern. Fuer das Standardprodukt gilt ein Kostendeckel von 1,0 Prozent der Anlagesumme - urspruenglich waren 1,5 Prozent vorgesehen.
Verbraucherschuetzer von Finanztip kritisieren allerdings: Bei einer Laufzeit von 40 Jahren und 6 Prozent Rendite macht der Unterschied zwischen guenstigen 0,2 Prozent und dem maximalen 1,0 Prozent rund 50.000 Euro Endvermoegen aus.
Zusaetzlich sind Altersvorsorge-Depots ohne Garantievorgaben geplant, bei denen in Fonds oder andere Anlageklassen investiert werden kann. Das verspricht potenziell hoehere Renditen als das bisherige Riester-Modell.
Die neue Foerderung: Mehr Geld fuer Geringverdiener
Die staatliche Foerderung wird komplett umgebaut. Statt der pauschalen Grundzulage von 175 Euro pro Jahr gilt kuenftig eine proportionale Foerderung:
- Fuer jeden eingezahlten Euro gibt es 50 Cent vom Staat - bis zu einer Sparleistung von 360 Euro jaehrlich
- Zwischen 360 und 1.800 Euro jaehrlicher Sparleistung gibt es 25 Cent pro Euro
- Die maximale Foerderung betraegt 540 Euro pro Jahr
Familien profitieren zusaetzlich: Die volle Kinderzulage von 300 Euro jaehrlich gibt es bereits ab einem monatlichen Sparbeitrag von nur 25 Euro.
Selbststaendige und Fruehstartrente neu dabei
Erstmals werden auch Selbststaendige in den Kreis der Foerderberechtigten aufgenommen. Bisher war die Riester-Foerderung vor allem abhaengig Beschaeftigten vorbehalten. Die Regierung begruendet dies damit, dass Selbststaendige besonders haeufig von prekaeren Lebensverhaeltnissen im Alter betroffen sind.
Ebenfalls neu: Die Fruehstartrente fuer Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren. Fuer jedes Kind wird ein individuelles Altersvorsorgedepot eingerichtet, das monatlich 10 Euro vom Staat als Zuschuss erhaelt. Los gehen soll es rueckwirkend ab dem Geburtsjahrgang 2020.
Was mit bestehenden Riester-Vertraegen passiert
Fuer alle Altvertraege gilt Bestandsschutz. Sparer koennen waehlen, ob sie ihren alten Vertrag unveraendert behalten, ihn anpassen oder komplett in das neue Modell wechseln. Eine Kuendigung des alten Riester-Vertrags bleibt jedoch mit hohen Einbussen verbunden - vorzeitige Auszahlungen vor Rentenbeginn sind weiterhin nicht moeglich.
Fazit: Einfacher, flexibler - aber nicht perfekt
Die Reform macht die private Altersvorsorge deutlich einfacher und flexibler. Der Wegfall der Garantievorgaben eroeffnet Renditechancen, die das alte Riester-Modell nicht bot. Kritisch bleibt der Kostendeckel von 1,0 Prozent, den Verbraucherschützer für zu hoch halten. Für Verbraucher gilt: Wer ab 2027 von der neuen Förderung profitieren will, sollte sich frühzeitig über die Produktangebote informieren und Kosten sowie Renditechancen vergleichen.
